Wenn im Dezember die Straßen im Lichterglanz erstrahlen und Kinder gespannt ihre Stiefel vor die Tür stellen, ist es wieder so weit: Der Nikolaustag steht vor der Tür. Ein Tag, der nicht nur für leuchtende Kinderaugen sorgt, sondern auch tief in der europäischen Tradition verwurzelt ist. Doch wer war eigentlich der heilige Nikolaus – und warum feiern wir ihn ausgerechnet am 6. Dezember?
Wann ist Nikolaus?
Der Nikolaustag wird jedes Jahr am 6. Dezember gefeiert. (2025 ist das ein Samstag.) Dieses Datum geht auf den Todestag des heiligen Nikolaus von Myra zurück, der im 4. Jahrhundert in Kleinasien – dem heutigen Süden der Türkei – lebte. Der Bischof war für seine Hilfsbereitschaft, Güte und Großzügigkeit bekannt.
Nach seinem Tod wurde der 6. Dezember als Gedenktag des Heiligen in den kirchlichen Kalender aufgenommen. Schon im Mittelalter galt Nikolaus als einer der beliebtesten Heiligen Europas, insbesondere als Schutzpatron der Kinder, Seefahrer und Reisenden. Aus den religiösen Feiern entwickelte sich im Laufe der Jahrhunderte der Brauch des Schenkens – und damit der Nikolaustag, wie wir ihn heute kennen.
Die Geschichte des heiligen Nikolaus
Nikolaus war Bischof von Myra und kam aus wohlhabender Familie. Er setzte seinen Reichtum ein, um armen und notleidenden Menschen zu helfen. Viele Legenden erzählen von seinen guten Taten.
Am bekanntesten ist die Geschichte von den drei Töchtern eines verarmten Mannes: Da sie keine Mitgift hatten, drohte ihnen ein Leben in Armut. Nikolaus warf nachts heimlich drei Goldklumpen durch ihr Fenster – so konnten sie heiraten und ein sicheres Leben führen. Diese Tat gilt als Ursprung der heutigen Geschenketradition zum Nikolaus.
Weitere Erzählungen berichten, dass Nikolaus Kinder rettete, Schiffbrüchige beschützte oder Ungerechtigkeit anprangerte. Sein Wirken verbreitete sich weit über Myra hinaus. Als im 11. Jahrhundert seine Gebeine nach Bari in Süditalien gebracht wurden, begann seine Verehrung in ganz Europa – auch in Deutschland, wo sich viele regionale Bräuche entwickelten.
Die Tradition des Stiefelputzens
Der wohl bekannteste Brauch rund um den Nikolaustag ist das Stiefelputzen. Kinder stellen am Abend des 5. Dezember ihre sauberen Schuhe oder Stiefel vor die Tür, in der Hoffnung, dass Nikolaus sie über Nacht mit Süßigkeiten, Obst und kleinen Geschenken füllt.
Dieser Brauch erinnert an die Legende, dass Nikolaus seine Gaben heimlich und uneigennützig überbrachte. Früher erhielt man kleine Segnungen oder Gaben während des kirchlichen Nikolausfestes – heute ist daraus ein liebevolles Familienritual geworden, das die Vorfreude auf Weihnachten verstärkt.
In vielen Regionen Deutschlands tritt der Nikolaus auch persönlich auf: Er besucht Kindergärten, Schulen oder Familien, lobt, ermahnt und erinnert an Werte wie Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft und Dankbarkeit. In manchen Regionen wird der Nikolaus vom Krampus begleitet, der Kinder, die nicht artig waren, erschreckt.
Der Nikolaustag ist ein schöner Brauch im Advent. Erfahren Sie bei uns wann die Adventssonntage 2025 sind und vieles mehr.
Was kann man zum Nikolaus verschenken?
Klassische Nikolausgeschenke sind Mandarinen, Äpfel, Nüsse und Schokolade – einfache, natürliche Dinge, die schon früher als kleine Schätze galten. Heute dürfen es auch kleine Aufmerksamkeiten sein, zum Beispiel:
- Selbstgebackene Plätzchen oder Schokoladennikoläuse
- Bücher, Spiele oder Bastelsets für Kinder
- Kerzen, Tee oder Pflegeprodukte für Erwachsene
- Kleine persönliche Geschenke wie eine Karte oder ein Foto
Das Entscheidende am Nikolaustag ist nicht der materielle Wert, sondern die Geste des Teilens und Gebens – ganz im Sinne des Heiligen, der durch Bescheidenheit und Mitgefühl unvergessen blieb. Bei der Geschenkeauswahl sollte man auch bedenken, dass bald Weihnachten ist und es aus diesem Anlass oft größere Geschenke gibt. Diese werden traditionell am Heiligabend überreicht. Alternativ bei Verwandtenbesuchen am 1. Weihnachtsfeiertag oder 2. Weihnachtsfeiertag.
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