2. Weihnachtsfeiertag – Traditionen & Bräuche

Familie feiert den 2. Weihnachtsfeiertag zuhause
Den 2. Weihnachtsfeiertag gehen viele Familien ganz entspannt an - Symbolbild: © Jacob Lund - stock.adobe. com

Der 2. Weihnachtsfeiertag, der stets auf den 26. Dezember fällt, bildet den Abschluss der offiziellen Weihnachtsfeiertage in Deutschland. Während Heiligabend (24. Dezember) und der 1. Weihnachtsfeiertag (25. Dezember) oft von Bescherung, Festessen und vollen Kirchen geprägt sind, steht der zweite Tag ganz im Zeichen der Ruhe, Besinnung und der vertrauten, entspannten Zeit mit der Familie.

In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist dieser Tag ein gesetzlicher Feiertag, was bedeutet: Geschäfte und Büros bleiben geschlossen und die Menschen können die festliche Atmosphäre ohne den Trubel des Alltags genießen.
Tipp: In großen Bahnhöfen gibt es meist einige Geschäfte (meist Supermärkte und Drogeriemärkte), in denen man das Nötigste bekommt. 

Wann ist der 2. Weihnachtsfeiertag?

Der 26.12.2025 ist ein Freitag – somit steht das Wochenende gleich bevor.

Was wird am 2. Weihnachtsfeiertag gefeiert?

In der katholischen und evangelischen Kirche wird am 26. Dezember der Heilige Stephanus gefeiert. Er gilt als der erste christliche Märtyrer (Erstmärtyrer), der wegen seines Glaubens gesteinigt wurde. In der Liturgie wird der Tag oft als Stephanstag bezeichnet. Er bildet einen spannungsreichen Gegensatz zur Geburt Christi: Während am 25. Dezember die Freude über die Menschwerdung Gottes im Mittelpunkt steht, erinnert der Stephanstag daran, dass der Glaube auch Opfer und Standhaftigkeit erfordert.

Wissenswert:
In früheren Zeiten war es üblich, große Feste über mehrere Tage auszudehnen. Es gab in Deutschland je nach Region unterschiedlich viele Weihnachtsfeiertage – teilweise bis zu einer Woche! Martin Luther regelte mit seiner Reformation, dass es in allen deutschen Herrschaftsgebieten einheitlich 2 Weihnachtsfeiertage gab.

Traditionen und Bräuche in Deutschland

Die Bräuche am 26. Dezember sind in der Regel weniger strikt als an Heiligabend.

Das „zweite“ Festessen (Reste-Essen)
Während am 1. Weihnachtsfeiertag oft aufwendige Gerichte wie Gänsebraten, Entenbraten oder Karpfen serviert werden, ist der 26. Dezember der klassische Tag für das sogenannte „Reste-Essen“. Oftmals werden die üppigen Reste des Vortages (Braten, Klöße, Rotkohl) in leicht abgewandelter Form oder als kaltes Buffet aufgetischt. Das entlastet die Gastgeber und ermöglicht eine stressfreie Zeit in der Küche. Nachmittags ist der Tag oft von einem gemütlichen Kaffeetrinken mit selbstgebackenen Plätzchen und der klassischen Weihnachtstorte geprägt. Natürlich darf es auch gerne ein Stollen sein.

Der „Stephanusritt“ (Regional)
In einigen ländlichen und katholisch geprägten Regionen, insbesondere in Bayern, ist der Stephanusritt ein alter Brauch. Hierbei ziehen Reiter mit ihren geschmückten Pferden in einer Prozession zur Kirche, wo Ross und Reiter gesegnet werden. Dieser Brauch hat seinen Ursprung in der Verehrung des Heiligen Stephanus als Patron der Pferde und Stallknechte.

Der Weihnachts-Spaziergang
Der ausgedehnte Spaziergang gehört in vielen deutschen Familien zum festen Programm. Nach den oft langen Stunden drinnen und den üppigen Mahlzeiten suchen viele Familien die frische Luft. Ob im verschneiten Wald (wenn das Wetter mitspielt), entlang eines Flusses oder einfach durch das festlich geschmückte Dorf – der gemeinsame Gang dient der Verdauung und der Unterhaltung.

Ausgedehnte Spiele- und Filmabende
Dieser Tag bietet die ideale Gelegenheit, die neuen Gesellschaftsspiele oder Bücher auszupacken, die unter dem Baum lagen. Familien verbringen oft Stunden am Tisch mit Brettspielen oder versammeln sich auf der Couch für einen klassischen Weihnachtsfilm. Zu den Klassikern gehören neben Drei Haselnüsse für Aschenbrödel „Kevin allein zuhaus“ und „Kevin  allein in New York“, „Der Grinch“, „Der kleine Lord“ und die Sissi-Trilogie.

Was kann man am 2. Weihnachtsfeiertag unternehmen?

  • Tierpark oder Zoo: Viele Zoos und Tierparks sind am 26. Dezember geöffnet und bieten eine entspannte Atmosphäre, oft mit speziellen Winter- oder Weihnachtsaktionen.
  • Museen und Ausstellungen: Größere Museen, insbesondere in Städten, haben meist geöffnet. Informieren Sie sich vorab über die Öffnungszeiten! Der Besuch einer besonderen Ausstellung kann eine willkommene Abwechslung sein.
  • Weihnachtskonzerte und Krippenspiele: In vielen Kirchen finden an diesem Tag letzte festliche Krippenspiele oder stimmungsvolle Weihnachtskonzerte statt. Auch die Theater bieten oft ein weihnachtliches Programm – vormittags gerne auch für Kinder.

Der 2. Weihnachtsfeiertag ist für viele die letzte Gelegenheit für ausgedehnte Familienbesuche bei all jenen Verwandten und Freunden, die an den Vortagen nicht dabei sein konnten. Genauso wichtig ist er jedoch als Tag der bewussten Entspannung. Er dient als willkommene Atempause, in der man die Weihnachten ausklingen lässt, um neue Energie zu sammeln, bevor die Vorbereitungen für Silvester beginnen.

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